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In dieser Veranstaltung geht es um anthropologische Aussagen des deutsch-jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn (1729-1786). Dabei ist die Nähe von Mensch und Tier, der Mendelssohn als Aufklärer als auch als jüdischer Theologe Aufmerksamkeit schenkte, Ausgangspunkt.
Mendelssohn erlernte als Jugendlicher gegen das ausdrückliche Verbot aus der jüdischen Tradition autodidaktisch und mit Hilfe von Freunden (u.a. Aaron Samuel Gumpertz, Gotthold Ephraim Lessing) Naturwissenschaften und Mathematik, die Sprachen Latein, Griechisch, Englisch, Französisch und nicht zuletzt Deutsch. Er selbst sprach Jiddisch und Hebräisch. Er las Texte der Antike im Original und nahm im Kontext der europäischen Philosophie Einfluss auf die Entwicklung der Ideen der Aufklärung.
Die Aufklärer hatten hohe Ideale, wie „ein Mensch“ sein solle und wie er sich in der Gesellschaft entwickeln könne und müsse, erforschten aber auch, wo der Mensch eigentlich herkam, wie er sich entwickelt hatte und entwickelte, welcher Gesellschaftsform und politisch-soziale Ordnung Vorrang zu geben sei und dergleichen Fragen mehr. Nicht zuletzt ging es auch um religiöse Fragestellungen und die Suche nach Antworten in biblischen Texten. Mendelssohn war stark jüdisch-traditionell geprägt und ein ausgezeichneter Talmud-Kenner.
In dem Workshop konzentrieren wir uns auf Mendelssohns Aussagen zur Erschaffung des Menschen, seine theologischen Bemerkungen zu seiner Kohelet-Übersetzung und einen Artikel von ihm zur Entstehung von Sprache sowie Mendelssohns Midrasch zu Psalm 36,7 – über die Tiere der Gerechten oder die Tiere, die Gerechtigkeit schaffen.
Leitung: Dorothea Pape, Pastorin
Veranstaltungsort: Jerusalem-Akademie
Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Der Eintritt ist frei.